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    Prost!

    Flaschen

    Im Wein liegt Wahrheit, proklamierten die Römer in der Antike. Im feinen Destillat ist der Geist des Weines.

    OutOfTheJar_Borgmann1772_MariaSchiffer_p213_ms Das Brennrecht, also die in gültiges Recht gegossene Erlaubnis, hochprozentige Spirituosen herstellen zu dürfen, hat eine lange Tradition. Weil man so eine Tradition aber nicht nur pflegen, sondern von Zeit zu Zeit auch mal modifizieren und um neue Verfeinerungsideen erweitern sollte, steht eine neue Generation an Brennern gerade im Begriff, die Karten in der Spirituosen-Szene neu zu mischen.

    Mit Bränden und Schnäpsen von ausgewählter Qualität. Mit Spirituosen wie dem Gin »Monkey 47« zum Beispiel, der mit Wasser aus der brennereigenen Quelle versehen und mit rund 42 pflanzlichen Zutaten angereichert wird. Der Gin aus dem Schwarzwald legt die Messlatte ziemlich hoch, heimste bei der International Wine and Spirit Competition sogar »Gold« in der Kategorie »Gin Worldwide« ein. Über das passende Tonic und die Frage, ob er mit Gewürzen oder gar einer Gurkenscheibe kredenzt wird, kann man natürlich streiten. Nicht aber über die Qualität.

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    Gleiches gilt freilich auch für Brände und Liköre. Der Massenmarkt bietet keine besondere Note, zu hoch ist der kommerzielle Druck, es einem breiten Geschmack recht machen zu müssen. Kleine Brennereien ticken da anders, sie bewahren ihre Individualität und setzen auf Produkte mit Charakter. So wie die Stählemühle. Ein ehemaliger Kunstbuchverleger hat sie gekauft und das alte Brennrecht reaktiviert. Wer noch nie etwas von Eigeltingen gehört hat, sollte sich den Namen für die Zukunft besser merken. Ob Ingwer, Melasse oder Waldhimbeere: Hier werden neue und verrückte Ideen umgesetzt und in feinste Schnäpse ausgebaut. Nur naturnahe Zutaten, alte Fässer zum Ausbauen, behutsames Brennen, Liebe zum Destillat und Abstand zu großen Mengen: Die neuen Brennereien sind – vergleichbar mit jungen Winzern – wagemutig. Und erfolgreich.

    Natürlich haben diese feinen Tropfen ihren Preis; den bezahlt man aber gerne, bekommt man doch im Gegenzug Authentizität im Geschmack und Variantenreichtum in der Note. Solche Schnäpse werden auch nicht gekippt, sondern genussvoll in kleinen Schlucken verkostet. Cheers!Wie in alten Zeiten: Feine Spirituosen sind kein schnelllebiges Produkt. Deshalb ist bei der Verkostung auch Muße und Gelassenheit angesagt. Keine Hektik.OutOfTheJar_St┬ählem┬ühle_JochenHirschfeld_p88-89_ms

    Leidenschaft fürs Handwerk, Mut zum Experiment und die Entschlossenheit, ausschließlich natürliche Zutaten zu verwenden: Unter diesen Voraussetzungen entstehen Brände von bester Qualität.